Die Musik des Ensembles ist tief in der Kultur und Natur Tuvas verwurzelt, einer südsibirischen Republik an der Grenze zur Mongolei. Der Kehlkopf- und Obertongesang besitzt eine deutlich rituelle und meditative Dimension. Gleichzeitig setzen Huun-Huur-Tu auf eine kraftvolle, stark rhythmische Ausrichtung und verleihen den traditionellen Formen damit eine besondere Dynamik.
Traditionelle Instrumente wie Igil, Khomus, Doshpuluur und die Düŋgür, eine tuvinische Schamanentrommel, ergänzen den Gesang. Dabei verbindet das Ensemble die überlieferten musikalischen Formen mit neuen Instrumentierungen und zeitgenössischen Einflüssen. So entsteht eine Musik, die tief in der Tradition verwurzelt und zugleich offen für neue Klangwelten ist.
https://www.youtube.com/watch?v=i0djHJBAP3U&list=RDi0djHJBAP3U&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=R2ovoRyv4kw&list=RDR2ovoRyv4kw&start_radio=1
Von Tuva hinaus in die Welt
1992 gründeten Sasha Bapa, sein Bruder Sayan, Kaigal-ool Khovalyg und Albert Kuvezin zunächst das Ensemble KUNGURTUK. Sie widmeten sich der Bewahrung alter und vergessener Lieder ihrer Heimat und zugleich der Verbindung von Tradition und Innovation. Wenig später wurde das Ensemble in Huun-Huur-Tu umbenannt.
Seit mehr als 35 Jahren führen Konzertreisen Huun-Huur-Tu rund um die Welt. Auftritte in den USA, Frankreich, Deutschland, Taiwan, Ungarn, Polen, Spanien, China, Japan, Mexiko, Kolumbien, Australien, Neuseeland und zahlreichen weiteren Ländern machten das Ensemble international bekannt. Gemeinsame Projekte mit The Bulgarian Voices Angelite und dem Moscow Art Trio führten Huun-Huur-Tu in große Konzerthäuser und auf bedeutende Festivals.
Immer wieder erweitert die Gruppe die Möglichkeiten ihrer traditionellen Musik. Ein besonderer Höhepunkt war das Projekt „Children of the Otter“ mit Kompositionen des bedeutenden russischen Komponisten Vladimir Martynov. Die Welturaufführung Ende 2009 verband Obertonensemble, Kammerorchester und Chor zu einer außergewöhnlichen musikalischen Produktion.
Eine Musik, die neue Generationen erreicht
Die Faszination für Huun-Huur-Tu ist bis heute ungebrochen. Eine in den USA aufgenommene Berkeley-Session wurde auf YouTube zu einem großen Erfolg und inzwischen mehr als 7 Millionen Mal angesehen. Damit entdeckt auch ein junges Publikum die außergewöhnliche Klangwelt des Ensembles neu.
Legendäre Aufnahmen wie „60 Horses in My Herd“ und „The Orphans’ Lament“ wurden auf Vinyl wiederveröffentlicht. 2020 erschien mit „Terra Incognita – Tuva“ zudem erstmals ein deutsch-englisches Buch über Tuva, Huun-Huur-Tu und die Kultur ihrer Heimat. Das aufwendig gestaltete Fotobuch mit Geschichte, Musik, einer Live-CD und historischem Filmmaterial wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik in der Vierteljahresliste ausgezeichnet.
Huun-Huur-Tu stehen heute für eine lebendige musikalische Tradition, die ihre Wurzeln bewahrt und zugleich immer wieder neue Ausdrucksformen findet. Ihre Musik verbindet rituelle Tiefe mit rhythmischer Energie, überlieferte Klänge mit zeitgenössischer Offenheit – und erreicht damit Menschen auf der ganzen Welt.
Kaigal-ool Khovalyg Vocals (Khöömei, Sygyt, Kargyraa), Igyl
Radik Tyulyush Vocals (Barbang-Nadyr), Byzaanchi, Khomuz (jew's harp)
Alexej Saryglar Vocals (Sygyt), Tuyug (horse hooves), Tungur (shaman-drum), Igyl
Sayan Bapa Vocals (Kargyraa & Khöömei), Toschpulur, Guitar, Igyl
Huun-Huur-Tu werden immer wieder nach ihrer Meinung zum Krieg in der Ukraine gebeten. Sie betonen, dass sie gegen jegliche Art von Krieg und Gewalt sind. Das gebietet allein ihre Religion der Buddhismus. Haben Sie Verständnis, das die Band nicht direkt Stellungnahme beziehen kann, sie riskieren damit ihre Möglkeit überhaupt noch aufzutreten und jahrelang im Gefängnis zu verschwinden.
SONNTAG, 1.11.26 um 19 Uhr
Bestuhltes Saal-Konzert in der Kneipe Westen.
Einlass ab 18 Uhr. Konzertbeginn ist um 19 Uhr!
Eine Karte kostet 24,- €. Reservierungen sind unter folgendem Link möglich: https://www.kneipe-westen.de/reservierung-huun-huur-tu